90 Tage Tapas: So baust du eine Yoga-Gewohnheit auf, die wirklich bleibt
Vielleicht kennst du das: Du willst wieder regelmäßiger auf die Matte. Mehr Pranayama. Mehr Stille. Mehr Kraft.
Und dann kommt Alltag. Termine. Familie. Arbeit. Müdigkeit.
Die Wahrheit ist: Du brauchst nicht „mehr Motivation“. Du brauchst eine Praxis, die dich trägt.
Im Yoga nennen wir diese Kraft Tapas – das innere Feuer, das dich immer wieder zurückbringt.
Warum 90 Tage so gut funktionieren
Gewohnheiten entstehen nicht durch einen großen Vorsatz, sondern durch kleine Wiederholungen – immer wieder, am besten am gleichen Ankerpunkt im Tag.
90 Tage sind dafür ein wunderbarer Zeitraum, weil er realistisch ist:
- Du hast Raum für Hochphasen und Tiefphasen.
- Du lernst, wie du nach Pausen wieder einsteigst.
- Du baust dir ein System, statt dich auf Stimmung zu verlassen.
Tapas: nicht „streng sein“, sondern „dir treu sein“
Tapas wird oft als Disziplin übersetzt – aber bei uns bedeutet es vor allem:
eine liebevolle Verbindlichkeit mit dir selbst.
Nicht hart. Nicht perfekt. Sondern ehrlich.
Tapas ist, wenn du sagst: „Ich halte mich. Auch heute.“
So entsteht eine stabile Yoga-Gewohnheit: nicht durch „alles oder nichts“, sondern durch immer wieder.
Der Schlüssel: ein fester Anker im Alltag
Wenn du eine Gewohnheit aufbauen willst, ist nicht die Dauer entscheidend – sondern die Regelmäßigkeit.
Wähle einen klaren Ankerpunkt, zum Beispiel:
- direkt nach dem Zähneputzen
- nach dem ersten Kaffee
- bevor du dein Handy öffnest
- bevor du ins Bett gehst
Dann wird daraus ein Mini-Ritual, das so klein ist, dass es auch an vollen Tagen möglich ist.
Goldene Regel: Nie zweimal hintereinander auslassen.
Ein Tag Pause ist menschlich. Zwei Tage hintereinander machen es schwerer, im Rhythmus zu bleiben.
Dein 90-Tage-Plan: 3 Phasen à 30 Tage
Damit dein Nervensystem und dein Leben wirklich mitkommen:
Tage 1–30: Stabilisieren
Ziel: Ich mache es – egal wie viel.
- 10–15 Minuten
- gleicher Ort, gleiche Zeit
- immer dieselbe kleine Abfolge
Mini-Idee:
3 sanfte Mobilisationen + 6–8 Runden Sonnengruß (oder Yin-Haltungen) + 1 Minute Atem + 1 Minute Nachspüren
Mantra: Klein. Klar. Wiederholbar.
Tage 31–60: Vertiefen
Ziel: Ich bleibe – auch wenn es „unspektakulär“ wird.
- 15–25 Minuten
- ergänze eine Sache: 3 Minuten Pranayama oder 5 Minuten Meditation
- sanftes Tracking: Kalenderhäkchen oder Notizbuch (ohne Druck)
Mantra: Weniger Abwechslung. Mehr Verkörperung.
Tage 61–90: Verkörpern
Ziel: Das bin ich.
- 20–35 Minuten
- 1× pro Woche eine längere Praxis (45–60 Minuten)
- reflektiere: Was verändert sich in deinem Alltag? In deiner Sprache? In deinen Grenzen?
Mantra: Nicht „ich mache Yoga“ – sondern „ich lebe Yoga“.
Feuerpferd-Energie: Schwung – aber nachhaltig
Die Symbolik des „Feuerpferds“ steht für Bewegung, Mut und Vorwärtskraft. Gerade zum Jahresbeginn kann dich diese Energie unterstützen, ins Tun zu kommen.
Und hier kommt dein Yoga-Teil:
Nicht ausbrennen – sondern brennen.
Tapas bedeutet nicht „immer mehr“. Tapas bedeutet: dranbleiben mit Maß.
Das ist echte Stärke – und genau daraus entsteht Commitment.
Warum deine eigene Praxis dein Fundament ist
Wenn du unterrichtest (oder es vorhast), ist deine eigene Praxis nicht „nice to have“. Sie ist dein Boden:
- Du führst aus Erfahrung, nicht nur aus Konzept.
- Du regulierst dein Nervensystem – und hältst dadurch Raum für andere.
- Du wirst klarer in Stimme, Präsenz und Grenzen.
Eine stabile Yoga-Gewohnheit ist nicht nur Routine. Sie ist Verkörperung.
90 Tage sind kein Sprint.
Es ist eine Liebeserklärung in Handlung: „Ich komme zurück.“
Und wenn du dir dafür Struktur, Community und echte Begleitung wünschst: wir sind für dich da.
